Die Lebensweise des Marders

Steinmarder
Der Marder ist ein hundeartiges Säugetier - Foto: marclschauer / depositphotos.com

Der Marder ist bekannt als das Tier, das sich gerne in den Motorräumen von Autos einrichtet und dort teils erhebliche Schäden verursacht. Im europäischen und asiatischen Raum ist vorwiegend der Steinmarder (Martes foina) vertreten, der ursprünglich in Höhlen wohnte und sich mit der Zeit in die Städte traute und sich dort vermehrte. Die kleinen Tiere werden der Familie der hundeähnlichen Raubtiere zugeordnet, zu der unter anderem auch Wiesel und Otter gehören.

Der Lebensraum zwischen Natur und Zivilisation

Vorwiegend sind Marder in Kleinstädten und Dörfern in Naturnähe beheimatet. Dort finden Sie ideale Lebensbedingungen und leben an hohen Einfamilienhäusern, Scheunen oder in verstecken Lücken zwischen Häusern. Jedoch auch in Städten und größeren Parkanlagen können Sie gut überleben. Da Marder sich relativ schnell vermehren, können Dörfer schnell mehrere Tiere beheimaten, welche dann gegenseitig um ihr Revier kämpfen.

Ein beliebtes Domizil sind unter anderem Dachböden. Wenn sich ein Marder im Dachstuhl eingenistet hat, wird dies von den Bewohnern häufig durch kratzende oder tapsende Geräusche am späten Abend und in der Nacht wahrgenommen. Neben den Geräuschen stellt auch der Geruch eine Belästigung dar. Der Kot von Mardern zeichnet sich durch einen intensiven Geruch aus, der von Menschen als sehr störend empfunden wird. Darüber hinaus richten die Tiere diverse Schäden im Haus an – ähnlich wie beim Auto.

Die Ernährung und Futtersuche

Marder gelten als Allesfresser, ernähren sich aber oft vorwiegend aus Fleisch und Fisch. In Dörfern und Städten finden sie häufig Nahrung im Hausmüll. Insekten und Kleintiere sind häufig Beute des Raubtieres. Theoretisch können Marder auch Tiere erlegen, die größer und schwerer als sie sind, was aber sehr selten der Fall ist. Beeren, Nüsse und Früchte sind auch eine wichtige Nahrungsquelle für das Tier. Da sie als sehr anpassungsfähig gelten, finden sie nahezu überall geeignete Nahrungsquellen.

Die Futtersuche findet in der Regel nachts statt. Während (offene oder durch Überlast leicht geöffnete) Mülltonnen einfache Beute sind, gestaltet sich die Jagd in zivilisierter Gegend etwas schwerer. In den frühen Morgenstunden, wenn auf den Straßen oft angefahrene Tierkadaver liegen, erwischt man Marder auch oft beim Fressen von Aas.

Da die Tiere keinen Winterschlaf halten, sind sie auch im Winter aktiv auf Nahrungssuche. Dies gestaltet sich zwar weitaus weniger einfach als im Sommer, ist aber möglich. Die l Winter gilt daher besonders für Mülltonnen besonderen Schutz, da diese wohl die leichteste Quelle für Nahrung im Winter darstellen. Im Winter sind Marder übrigens besonders gerne im Motorraum oder auf dem Dach von (frisch abgestellten) Fahrzeugen, um sich daran zu wärmen.

Von Paarungsverhalten und Revierkämpfen

Die Paarungszeit von Mardern findet im Sommer statt. Besonders zwischen Juli und August paaren sich Marder, was dann zu den typischen Problemen in der Herbstzeit führt. In dieser beginnt nämlich für die Jungtiere die Suche nach einem eigenen Revier, was nicht selten in Konkurrenzkämpfen ausartet. Dieser Umstand ist auch Grund dafür, dass besonders im Herbst viele Autos Marderschäden aufweisen. Eine alte Regel besagt nämlich: ein Marder ist nicht gefährlich für das Auto, kommt aber ein zweiter hinzu, kämpfen sie im Innenraum des Motors, wodurch dann schnell kostspielige Schäden entstehen können.

Warum mögen Marder eigentlich den Motorraum von Autos so sehr? Die Antwort ist einfach. Die Tiere suchen lediglich einen warmen und geschützten Platz zum kurzen Verweilen. Nicht selten hinterlassen Sie dabei ihre Duftmarke. In diesem Fall ist gar kein Kampf im Motorraum nötig. Parkt man an einer anderen Stelle, kann ein anderer Marder in den Motor und versuchen, die Spuren seines Nebenbuhlers zu beseitigen. Dies geschieht durch das Durchbeißen und teilweise verscharren von Kabeln und anderen Motorteilen.

Im Kampf um ihre Hoheitsgebiete können Marder auch Menschen angreifen. Besonders, wenn sie sich bedroht oder in die Enge getrieben fühlen sind Attacken nicht ausgeschlossen. Beim Angriff kratzen und beißen die Tiere, wodurch schmerzende Wunden entstehen können. Neben anderen Mardern sind auch frei herumlaufende Katzen häufige Kampfgegner der kleinen Raubtiere.