Kieferläuse beim Wisent

Wisent im WinterEuropäischer Bison - der Wisent - © depositphotos.com @ bereta

Haarlinge (Tierläuse)

Haarlinge, das ist der Name einer ganzen Reihe auf Tieren lebender Kieferläuse. Sie unterscheiden sich von den Echten Tierläusen dadurch, dass sie kein Blut saugen, sondern die Haut des Wirtes fressen. Daher stammt auch der Name „Kieferlaus“ – die Tiere benutzen beißend-kauende Mundwerkzeuge und traktieren damit den Wirt.

Der Haarling des Wisent

Der Haarling, der den Wisent als Wirtstier hat, heißt Bisonicola sedecimdecembrii und gehört zur Familie der Trichodectidae, Unterfamilie Bovicolinae.

Innerhalb dieser Familie sind auch die Haarlinge für Hausrinder, Ziegen, Hausschaf und Mufflon, wie Hauspferd und Hausesel vertreten.

Die Haarlinge des Wisents leben auf dem Tier im Fell. Ihre Eier (übrigens im Verhältnis zur Körpergröße der Laus sehr groß) kitten sie an die Haare des Fells, analog zur Nisse der Kopflaus beim Menschen.

Behandlung

Wisente in der freien Natur zu behandeln ist schwer, wie uns die Betreiber von tierabwehr.net (Schädlings- und Ungezieferbekämpfung) mitteilten. Innerhalb von Gehegen, unter menschlicher Obhut, kann das Fell kurz geschoren werden. Alleine durch diese Maßnahme werden viele Nissen beseitigt und den Kieferläusen der Lebensraum entzogen.

Als weitere Maßnahme sind Insektizide wie Fipronil oder Imidacloprid angezeigt. Dabei müsse die Wisente im Abstand von einigen Wochen mindestens zweimal behandelt werden. Die Behandlung ist also nur in Gehegen tatsächlich praktikabel.