Wespennester umsetzen

Wespennest mit zwei WespenWepsen sind nützlich und stehen unter Naturschutz - © depositphotos.com @ Davpe

Wespen können besonders in Sommermonaten für uns Menschen zur Plage werden, wenn sie auf einmal angeschwirrt kommen und von unseren süßen Speisen und Getränken naschen möchten. Doch anstatt einer Plage sind diese Wesen eher nützlich und sehr wichtig. Wenn wir Menschen mehr über Wespen, ihr Leben und um ihre Wichtigkeit wüssten, würden wir diese vielleicht mehr wertschätzen und nicht mehr nach ihnen schlagen. Hier wird erklärt, warum.

Welche Arten Wespen gibt es?

Die Gattung der Wespen unterteilt sich in mehr als 500 Arten. Hierzu zählt in erster Linie die sogenannte Echte Wespe (Vespinae), welche eine Unterfamilie der Faltenwespe (Vespidea) mit weltweit 61 Arten darstellt. Die Echte Wespe besitzt stolze elf Arten in Mitteleuropa, unter anderem die Gemeine Wespe, die Deutsche Wespe als auch die Hornisse, welche ebenfalls zu den Wespen gehört. Die Feldwespen werden gelegentlich ebenfalls zu den Echten Wespen gezählt, doch üblicher ist es, diese beiden Gruppen in Soziale Faltenwespen oder aber in Papierwespen – aufgrund ihres bevorzugten Nistmaterials – zusammenzufassen.
Zu den im mitteleuropäischen Raum vorkommenden elf Arten der Wespe zählen also zum Einen die Gattung der Vespa (Hornissen) und damit die Hornisse (Vespa crabro) selber. Hinzu kommt die Gattung Dolichovespula (Langkopfwespen) mit der Mittleren Wespe, der Waldwespe, der Waldkuckuckswespe, der Sächsischen Wespe, der Norwegischen Wespe und der Falschen Kuckuckswespe. Schließlich gibt es da noch die Gattung Vespula (der Kurzkopfwespe) mit der Roten Wespe, der Österreichischen Kuckuckswespe, der Gemeinen Wespe sowie der Deutschen Wespe.

Speziell in Deutschland sind mehrere hundert Wespenarten heimisch, darunter die Deutsche Wespe sowie die Gemeine Wespe (beides Kurzkopfwespen) – welche besonders aufgrund ihrer Aufdringlichkeit und starken Neigung für Süßes für den schlechten Ruf der Wespen verantwortlich sind – sowie die Hornisse, die als einzige Art der Echten Wespe in Deutschland vertreten ist. Die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe bauen ihre Nester gerne in der Erde, weswegen sie auch umgangssprachlich Erdwespen genannt werden.

Nutzen & Naturschutz der Tiere

Wespen sind nützliche Tiere, die gut und gerne mal als „natürliche Regulatoren der Natur“ bezeichnet werden und als sogenannte Schädlingsbekämpfer gegen Fliegen und allerlei andere Tierchen anrücken. Doch darüber hinaus ist besonders die Gemeine Wespe, aber auch die Hornisse, Künstler im Verwerten von Holz morscher Bäume, sodass dadurch der Zersetzungsprozess signifikant beschleunigt werden kann. So können Wespen insgesamt Forstschädlinge sowie viele andere Insekten wie Raupen, Heuschrecken oder Fliegen regulieren. Sie spielen im Ökosystem eine deutliche und entscheidende Rolle. Die Ernährung ausgewachsener Wespen besteht zumeist aus Pollen und sie jagen Fliegen und andere Insekten, um ihre Larven damit zu füttern. Ebenso wie die Bienen übernehmen Wespen die Aufgabe der Blütenbestäubung, allerdings sind diese nicht so wetterscheu wie Bienen, sondern können auch bei schlechtem Wetter wie Sturm und Regen fliegen.
Wespen stehen in Deutschland unter strengem Naturschutz und diese Tierchen einfach zu töten oder ihr Nest zu zerstören, kann daher ohne Weiteres mit einer Geldstrafe geahndet werden. Ebenso ein eigenhändiges Umsiedeln der Nester ist streng verboten! Unter besonderem Schutz stehen Hornissen und solitäre Wespenarten, weswegen zunächst eine Erlaubnis der Naturschutzbehörde eingeholt werden muss, damit das Nest entfernt werden darf.

Wespennester richtig umsetzen lassen

Nicht nur aus Naturschutzgründen, sondern auch aus Selbstschutzgründen ist es dem Laien untersagt, selbstständig Wespennester zu beseitigen und somit beispielsweise mit einem Wasserschlauch diesem zu Leibe zu rücken! Wespen können rasch angriffslustig, wenn nicht sogar aggressiv reagieren und schnell kann ein Wespenstich für Allergiker und ältere Menschen sowie für Kinder zur tödlichen Falle werden, besonders, wenn sich die Stiche im Mundbereich oder Rachenraum befinden. Erstickungs- und Vergiftungsgefahr ist dann die Folge! Daher gilt: Nester dürfen nur vom Profi umgesetzt werden!

Ehe man sich auf illegale und zusätzlich hochgefährliche Gefilde begibt, sollte man die Umsiedlung oder etwaige Zerstörung der Wespennester lieber einem Fachmann bzw. einem Kammerjäger überlassen, der sich ebenso um eine Erlaubnis der Naturschutzbehörde kümmert und durch eine Naturschutzorganisation dabei unterstützt wird. Hierbei wird das entsprechende zu entsorgende Nest mit dem dazugehörigen Wespenvolk eingesammelt und an einem besser geeigneten Nistplatz weit entfernt ausgesetzt.

Im Normalfall wird alles daran gesetzt, Wespen nicht zu töten und die Nester nicht zu zerstören. Steht jedoch die zu entsorgende Wespenart nicht unter einem besonderen Artenschutz, kann der Fachmann dennoch mit einem speziellen Pulver das Nest mit seinem Wespenvolk töten.